Die Frage wird meist als technische gestellt und ist eine betriebswirtschaftliche. Beide Systeme bauen gute Websites. Sie verteilen nur Arbeit, Kosten und Abhängigkeit unterschiedlich, und diese Verteilung passt entweder zu Ihrem Betrieb oder nicht.
Ich baue selbst weder Webflow noch WordPress, sondern statisch generierte Seiten. Das mache ich transparent, damit Sie einordnen können, woher die Einschätzung kommt. Genau deshalb habe ich auch kein Interesse daran, einen der beiden Kandidaten schlechtzureden.
Kurz gesagt: Webflow kostet laut eigener Preisseite 15 US-Dollar im Monat für Basic ohne CMS und 25 US-Dollar für Premium mit CMS, jeweils bei Jahreszahlung. Dafür entfallen Wartung, Updates und Sicherheitspflege komplett. WordPress ist beim Hosting günstiger und verlagert die Kosten in Pflege, Lizenzen und Zeit.
Nehmen Sie Webflow, wenn Gestaltung und Ruhe zählen und ein bis zwei Personen pflegen. Nehmen Sie WordPress, wenn viele Personen viel pflegen, wenn Sie ein bestimmtes Plugin brauchen oder wenn Sie das System vollständig besitzen wollen.
Was die beiden strukturell unterscheidet
| Kriterium | Webflow | WordPress |
|---|---|---|
| Betriebsmodell | gehostet beim Anbieter, Abonnement | selbst gehostet, Software kostenlos |
| Listenpreis | Basic 15, Premium 25 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung | Hosting ab etwa 5 bis 30 Euro im Monat, Lizenzen und Pflege extra |
| Updates und Sicherheit | Anbieter, kein Aufwand für Sie | Ihre Aufgabe oder ein Wartungsvertrag |
| Gestaltungsfreiheit | sehr hoch, visuelles Arbeiten direkt am Layout | hoch, abhängig von Theme und Editor |
| Erweiterbarkeit durch Fremdbausteine | begrenzt, kuratiert | praktisch unbegrenzt, mit allen Folgen |
| Redaktionelle Pflege im Team | möglich, Arbeitsplätze kosten extra | Stärke des Systems, Rollen eingebaut |
| Ausstieg | Markup exportierbar, Redaktionsumgebung nicht | vollständig, Datenbank und Dateien gehören Ihnen |
| Serverseitige Sonderlogik | kaum, dafür nicht gedacht | frei, es ist Ihr Server |
Die Kostenrechnung, die man selten sieht
Der Vergleich der Monatspreise ist irreführend, weil er die Pflege ausblendet. Rechnen Sie lieber so, über drei Jahre:
- Webflow, Premium mit CMS. 25 US-Dollar im Monat mal 36, also rund 900 US-Dollar, plus Domain. Zusätzliche Arbeitsplätze in der Workspace kommen dazu, wenn mehrere Personen bearbeiten. Wartungsaufwand: null.
- WordPress, ordentlich betrieben. Hosting mit Substanz 15 bis 30 Euro im Monat, also rund 540 bis 1.080 Euro. Premium-Plugins für Formulare, Sicherheit, Caching, Backups und Mehrsprachigkeit summieren sich je nach Umfang auf 100 bis 500 Euro im Jahr. Und dann die Pflege: Updates prüfen, Backups kontrollieren, gelegentlich einen Konflikt beheben. Wer das einkauft, zahlt für ein Wartungspaket üblicherweise einen mittleren zweistelligen Betrag im Monat.
Die Zahlen kippen also nicht am Preis der Software, sondern an einer Frage: Wer macht die Pflege, und was ist dessen Stunde wert? Wenn Sie selbst pflegen und es Ihnen liegt, ist WordPress günstiger. Wenn Sie es einkaufen oder es Ihnen nicht liegt, ist es das nicht. Genauere Aufschlüsselung in Webdesign Kosten.
Sicherheit: der Unterschied liegt in den Erweiterungen
Bei einem gehosteten System wie Webflow gibt es für Sie keine Update-Aufgabe. Bei WordPress gibt es sie, und sie ist nicht optional. Im Patchstack-Bericht State of WordPress Security in 2026 wurden für 2025 insgesamt 11.334 neue Schwachstellen im WordPress-Umfeld gemeldet, davon 91 Prozent in Plugins und 9 Prozent in Themes. Im Kern selbst waren es sechs, alle als geringes Risiko eingestuft.
Der Bericht nennt außerdem Zahlen zur Geschwindigkeit: 20 Prozent der stark ausgenutzten Schwachstellen wurden innerhalb von sechs Stunden nach Veröffentlichung angegriffen, 45 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Ein monatlicher Update-Rhythmus ist damit rechnerisch zu langsam. Details und Gegenmaßnahmen in WordPress absichern und warten.
Die Ausstiegsfrage, ehrlich beantwortet
Bei WordPress gehört Ihnen alles: Datenbank, Dateien, Themes. Umziehen heißt Server wechseln, nicht System wechseln. Bei Webflow bekommen Sie einen Export von Markup und Gestaltung, aber keine lauffähige Redaktionsumgebung. Sie nehmen also das Aussehen mit und bauen die Verwaltung neu.
Das ist derselbe Handel wie bei Wix, Jimdo oder Squarespace, nur mit deutlich mehr gestalterischer Freiheit auf dem Weg. Die grundsätzliche Rechnung dazu steht in Website-Baukasten oder eigene Website. Wie hoch Sie dieses Risiko gewichten, hängt an einer nüchternen Schätzung: Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie in fünf Jahren woanders sind?
Ein Kunde hatte eine gestalterisch hervorragende Webflow-Seite und wollte ein Buchungssystem anbinden, das mit seiner Branchensoftware sprechen sollte. Das war der Punkt, an dem die Plattform an ihre Grenze kam: Für die Anbindung brauchte es serverseitige Verarbeitung, und die gibt es dort nicht.
Wir haben die Seite dann nicht ersetzt, sondern die Buchung als eigenen Dienst danebengestellt und verlinkt. Die Lehre daraus, die ich seither jedem sage: Klären Sie Schnittstellen vor dem Design. Ein Layout kann man in jedem System nachbauen. Eine Anbindung, die die Plattform nicht kann, kann man nicht nachbauen.
Der dritte Kandidat, den Deutschland gern vergisst
Wer TYPO3 gegen WordPress abwägt, hat meist eine andere Anforderung als der Webflow-Interessent: mehrere Standorte, mehrere Sprachen, Redakteure mit unterschiedlichen Zuständigkeiten, Freigabeprozesse. Dafür ist TYPO3 gebaut, es ist im deutschen Mittelstand und bei Institutionen verbreitet, und es ist kein System, das ein Betrieb nebenbei selbst betreibt. Wer nur drei Sprachen braucht, aber keine Freigabeketten, ist damit überversorgt.
Und für kleine, selten geänderte Firmenwebsites gibt es die vierte Antwort, die in dieser Gegenüberstellung oft fehlt: gar kein Redaktionssystem, sondern eine statisch generierte Seite. Warum das für viele Betriebe die ruhigste Variante ist, steht in WordPress-Alternativen.
Die Zuordnung nach Fall
| Ihr Fall | Empfehlung |
|---|---|
| Marke mit hohem gestalterischen Anspruch, 1 bis 2 Pflegende | Webflow |
| Blog oder Magazin mit mehreren Autoren | WordPress |
| Sie brauchen ein bestimmtes Plugin oder eine Branchenanbindung | WordPress |
| Sie wollen nie wieder ein Update installieren | Webflow oder statisch generiert |
| Mehrsprachig, mehrere Standorte, Freigabeprozesse | TYPO3 |
| Firmenwebsite, selten geändert, Ladezeit wichtig | statisch generiert |
| Shop | keiner der beiden, siehe E-Commerce |
| Ihre bestehende Seite bringt Anfragen und macht keine Arbeit | lassen, wie sie ist |
Wenn Sie eine Zweitmeinung wollen
Schicken Sie mir den Link zu Ihrer aktuellen Seite und einen Satz dazu, wer sie pflegt. Ich sage Ihnen im kostenlosen Website-Audit, welches der Systeme zu dieser Antwort passt, auch wenn es keines von meinen ist. Sie arbeiten direkt mit mir. Braucht ein Projekt zusätzliche Expertise, etwa bei Design, Text oder Fotografie, hole ich geprüfte Spezialisten dazu. Ansprechpartner und Verantwortlicher für das Ergebnis bleibe ich. Rahmenbedingungen unter Webdesign.
Häufige Fragen
Was kostet Webflow?
Laut der Preisseite von Webflow, Stand August 2026: Starter kostenlos mit Webflow-Subdomain, Basic 15 US-Dollar pro Monat bei Jahreszahlung ohne CMS-Funktionen, Premium 25 US-Dollar pro Monat bei Jahreszahlung mit CMS, Team 2.500 US-Dollar pro Monat mit Jahresvertrag, Enterprise auf Anfrage. Abgerechnet wird in US-Dollar. Zusätzliche Arbeitsplätze in der Workspace kosten extra, was bei Teams schnell mehr ausmacht als der Site-Plan selbst.
Ist Webflow günstiger als WordPress?
In der Anschaffung meist ja, über fünf Jahre selten. Webflow ist ein Abonnement mit klaren monatlichen Kosten und ohne Wartungsaufwand. WordPress ist beim Hosting billiger, verlagert die Kosten aber in Pflege, Plugin-Lizenzen und die Stunden, die jemand für Updates und Fehlersuche braucht. Wer die eigene Zeit mit null Euro bewertet, kommt bei WordPress günstiger weg. Sonst hängt es an der Pflegehäufigkeit.
Kann ich eine Webflow-Website exportieren?
Einen HTML- und CSS-Export gibt es, er umfasst aber nicht die CMS-Inhalte als lauffähiges System. Was Sie mitnehmen, ist Markup und Gestaltung, nicht die Redaktionsumgebung. Wer Webflow verlässt, baut die Inhaltsverwaltung neu auf. Das ist derselbe Handel wie bei jedem gehosteten Baukasten, nur auf einem höheren gestalterischen Niveau.
Ist Webflow gut für SEO?
Technisch ja. Sie kontrollieren Titel, Beschreibungen, Weiterleitungen, saubere URLs, strukturierte Daten über eigene Code-Einbindungen und die Auslieferung läuft über ein Content Delivery Network. Google bewertet ohnehin das ausgelieferte Ergebnis, nicht das System dahinter. Die Grenze liegt dort, wo Sie serverseitige Logik oder sehr viele generierte Seiten brauchen.
Wann ist TYPO3 die richtige Wahl statt beider?
Wenn Rechteverwaltung, Mehrsprachigkeit und Redaktionsabläufe die eigentliche Anforderung sind: mehrere Standorte, mehrere Sprachen, Freigabeprozesse, viele Redakteure mit unterschiedlichen Zuständigkeiten. TYPO3 ist in Deutschland dafür verbreitet und wird üblicherweise von einer Agentur betrieben, nicht vom Kunden selbst.
Was ist die häufigste Fehlentscheidung bei dieser Frage?
Ein System nach dem Aussehen der Beispielseiten zu wählen. Beide Systeme können gut aussehen, das entscheidet der Entwurf und nicht die Plattform. Wählen sollten Sie nach der Antwort auf zwei Fragen: Wer pflegt die Inhalte, und was passiert, wenn Sie in drei Jahren wechseln wollen.
Quellen
- Webflow, Plans and pricing, Stand August 2026: Starter kostenlos, Basic 15 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung, Premium 25 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung, Team 2.500 US-Dollar im Monat mit Jahresvertrag, Enterprise auf Anfrage. webflow.com
- Patchstack, State of WordPress Security in 2026: 11.334 neue Schwachstellen 2025, 91 Prozent in Plugins, 9 Prozent in Themes, sechs im Kern; 20 Prozent der stark ausgenutzten Lücken binnen sechs Stunden angegriffen, 45 Prozent binnen 24 Stunden. patchstack.com
- W3Techs, Usage statistics of content management systems, Stand 22. August 2026. w3techs.com
- Google Search Central, Page Experience: Google bewertet das ausgelieferte Ergebnis, Core Web Vitals als Teil der Signale. developers.google.com
