Was kostet eine Hotel-Website in Hamburg?
Eine Hotel-Website kostet bei mir ab 2.900 Euro einseitig und ab 4.500 Euro mehrseitig mit Zimmerseiten, Angeboten und angebundener Buchungsmaske. Portalprovisionen liegen je nach Programm bei etwa 15 bis 25 Prozent, die Kosten einer Direktbuchung meist im einstelligen Prozentbereich. Die Website rechnet sich also über die Zahl der Direktbuchungen, nicht über das Design.
Es gibt einen Fehler, den ich bei Hotels immer wieder sehe und der mich jedes Mal fasziniert: Auf der eigenen Startseite ist der auffälligste Knopf der zum Buchungsportal. Er ist größer, bunter und leichter zu finden als die eigene Buchungsmaske. Das Hotel bewirbt also mit eigenem Geld den Kanal, der ihm zweistellige Prozente abzieht. Am Empfang würde niemand einen Zettel aushängen mit der Bitte, doch bitte über einen Vermittler zu buchen.
Variante zwei: Die eigene Buchungsmaske existiert, sieht aber aus wie aus einem anderen Jahrzehnt, öffnet sich in einem neuen Fenster und verlangt zuerst eine Anmeldung. Der Gast bricht ab, geht zurück zum Portal, bucht dort, und in der Auswertung steht dann, dass Direktbuchungen bei diesem Haus einfach nicht funktionieren.
Meine Reihenfolge bei Hotel-Projekten ist deshalb immer gleich: erst der Weg zum Preis, dann die Bilder, dann alles andere. Ein Gast, der in zwei Klicks einen Preis für sein Wochenende sieht, ist bereits ein halber Direktbucher.
Wie buchen Gäste in Deutschland tatsächlich?

Der Direktkanal ist der größte Buchungsweg und trotzdem oft der am schlechtesten ausgestattete.
Die europäische Vertriebsstudie von HOTREC (Erhebungsjahr 2023) zeigt für Deutschland ein Bild, das viele Hoteliers unterschätzen: 58,2 Prozent der Übernachtungen kommen über direkte Kanäle, davon 22,7 Prozent per E-Mail, 19,3 Prozent über die eigene Website samt Buchungsmaschine, 13,8 Prozent per Telefon und 2,4 Prozent als Laufkundschaft. Auf Portale entfallen 31,2 Prozent. Innerhalb des Portalsegments dominiert eine Firmengruppe: Booking Holdings kommt in Deutschland auf rund 72 Prozent.
Zwei Schlüsse daraus. Erstens: Der Direktkanal ist kein Nischenthema, er ist der größte Kanal, wird aber oft am schlechtesten ausgestattet. Zweitens: Wer nur auf Booking optimiert, optimiert für einen Anbieter mit sehr großer Verhandlungsmacht. Ein zweites Bein tut nicht weh.

Direktbuchung und Portal im Vergleich
| Kriterium | Buchung über Portal | Buchung über Ihre Website |
|---|---|---|
| Vertriebskosten | etwa 15 bis 25 Prozent Provision, je nach Programm und Sichtbarkeitspaket | Buchungsmaschine, Zahlungsdienstleister und Marketing, meist einstellig |
| Gästedaten | eingeschränkt, Kommunikation läuft über die Plattform | vollständig bei Ihnen, Grundlage für Wiederkehr und Newsletter |
| Preisgestaltung | Rahmen der Plattform, Rabattprogramme wirken auf Ihre Marge | frei, inklusive Direktbucher-Vorteilen und exklusiven Paketen |
| Zusatzverkäufe | kaum steuerbar | Frühstück, Spätanreise, Parkplatz, Spa, direkt in der Strecke |
| Sichtbarkeit | hoch, aber gemietet | eigene Suchsichtbarkeit plus kostenlose Google-Buchungslinks |
Portale abschaffen ist selten das Ziel. Sie sind Schaufenster und bringen Gäste, die Sie sonst nie erreichen. Das Ziel ist, dass ein Gast, der Ihr Haus schon kennt und den Namen googelt, nicht wieder im Portal landet. Diese Buchung sollte Ihnen gehören.
Was muss eine Hotel-Website leisten?
Preis in zwei Klicks
Datumsauswahl direkt oben auf der Startseite, Übergabe an die Buchungsmaschine ohne Design-Bruch und ohne Pflichtanmeldung. Jeder Zwischenschritt kostet Buchungen.
Direktbucher-Vorteil sichtbar
Ein klar benannter Vorteil, der nur hier gilt: Frühstück inklusive, späterer Check-out, flexible Storno, Getränk bei Anreise. Rechtlich zulässig und wirksamer als ein Prozentzeichen.
Zimmerseiten mit echten Bildern
Pro Kategorie eine Seite mit Größe, Bett, Ausblick, Ausstattung und Bildern, die dem Zimmer entsprechen. Enttäuschte Erwartungen erzeugen die Bewertungen, die später Buchungen kosten.
Tagungen und Gruppen
Eigene Seiten für Veranstaltungsräume, Bestuhlung, Technik und Verpflegung, dazu ein Anfrageformular mit den Feldern, die Ihr Verkauf wirklich braucht. Diese Anfragen haben den höchsten Wert.
Anbindung Ihrer Systeme
Buchungsmaschine, Channel Manager und Zahlungsanbieter werden eingebunden, statt parallel gepflegt. Preise und Verfügbarkeiten kommen aus einer Quelle.
Kostenlose Google-Buchungslinks
Wenn Ihr System angebunden ist, erscheint Ihr Direktpreis im Hotelmodul der Google-Suche und in Maps. Klicks darauf sind gebührenfrei. Wir prüfen die Voraussetzungen gemeinsam mit Ihrem Anbieter.
Mehrsprachigkeit
Hamburg ist Städtereise- und Messeziel. Eine saubere englische Fassung ist Pflicht, weitere Sprachen je nach Gästestruktur. Wie das technisch aussieht, zeigt dieses dreisprachige Projekt.
Tempo unter Last
Bildlastige Hotelseiten sind die üblichen Verdächtigen bei schlechten Ladezeiten. Moderne Formate, echte Größenanpassung und wenig Skript-Ballast, damit die Seite auch im Hotel-WLAN steht. Hintergrund im Artikel zur Ladezeit.
Preise
Hotel-Website individuell
Eine Seite mit allem, was zur Buchung nötig ist. Für kleine Häuser, Pensionen und Apartmenthäuser.
- Individuelles Design mit Ihren Fotos
- Datumsauswahl und Übergabe an die Buchungsmaschine
- Zimmerübersicht mit Preisen
- Anfahrt, Kontakt, Klick-zum-Anruf
- Lokale SEO-Grundlage
- PageSpeed 90 bis 100
Hotel-Website mit Buchungsstrecke
Mehrseitig mit Zimmerkategorien, Angeboten und Tagungsbereich. Für Häuser, die den Direktkanal ernsthaft ausbauen wollen.
- Seite je Zimmerkategorie
- Angebots- und Paketseiten
- Tagungs- und Gruppenanfragen
- Anbindung Buchungsmaschine und Channel Manager
- Vorbereitung der Google-Buchungslinks
- Zweite Sprache inklusive
- Strukturierte Daten für Hotel und Angebote
- Conversion-Tracking bis zur Buchungsbestätigung
Verwandte Projekte
Wie läuft ein Hotel-Website-Projekt ab?
Wir schauen auf Ihre aktuelle Verteilung zwischen Portal und Direktbuchung, auf Provisionshöhe und auf den Weg zum Preis auf Ihrer Seite.
Welche Buchungsmaschine, welcher Direktbucher-Vorteil, welche Pakete. Erst danach reden wir über Design, weil das Design dieser Strecke folgt.
Umsetzung, Anbindung von Buchungsmaschine und Tracking, Abstimmung mit Ihrem Systemanbieter zu den Google-Buchungslinks.
Nach vier Wochen sehen wir, wo Gäste in der Strecke abbrechen, und beheben genau diese Stellen. Ohne Messung ist alles Geschmackssache.
Quellen
- HOTREC, European Hotel Distribution Study 2024 (Erhebungsjahr 2023), Kurzfassung Deutschland und Europa: Direktvertrieb 58,2 Prozent, eigene Website 19,3 Prozent, OTA 31,2 Prozent, Booking Holdings rund 72 Prozent Anteil im OTA-Segment. hotellerie.de (PDF)
- Statistikamt Nord, Tourismus in Hamburg: 427 geöffnete Beherbergungsstätten mit 83.679 Schlafgelegenheiten, Auslastung 57,6 Prozent, durchschnittliche Aufenthaltsdauer 2,1 Tage (April 2026). statistik-nord.de
- Europäische Kommission, Digital Markets Act, benannte Gatekeeper (Booking Holdings seit 13. Mai 2024), Artikel 5 Absatz 3 zum Verbot von Beschränkungen eigener Vertriebswege. ec.europa.eu
- Google Hotel Center Hilfe, kostenlose Buchungslinks: keine Kosten für Klicks, Voraussetzungen und Ranking-Signale. support.google.com
- Hotelverband Deutschland (IHA), Positionen und Leitfäden zum Hotelvertrieb. hotellerie.de
- Rechtsprechung zu Bestpreisklauseln: BGH, Beschluss vom 18. Mai 2021, KVR 54/20; EuGH, Urteil vom 19. September 2024, C-264/23.

