Was kostet eine Kanzlei-Website in Hamburg?
Eine Kanzlei-Website kostet bei mir ab 2.900 Euro einseitig und ab 4.500 Euro mehrseitig mit eigener Seite je Rechtsgebiet. Enthalten sind Struktur, Design, Entwicklung, Textvorschläge, lokale SEO-Grundlage und eine berufsrechtlich zurückhaltende Formulierung nach § 43b BRAO. Sie bekommen einen Festpreis vor Projektstart.
Der häufigste Fund in meinen kostenlosen Audits von Kanzlei-Websites ist nicht das Design. Es ist das Kontaktformular. Es sieht gut aus, es sagt „Vielen Dank für Ihre Nachricht", und es schickt seine Nachrichten an eine Adresse, die vor drei Kanzleiwechseln eingerichtet wurde. Getestet hat das niemand, weil niemand sich selbst eine Mandatsanfrage schickt.
Danach kommt der Punkt, an dem die Startseite mit „Ihr kompetenter Partner in allen Rechtsfragen" beginnt. Das ist berufsrechtlich unbedenklich und inhaltlich leer. Ein Ratsuchender mit einer Kündigung in der Hand sucht keinen Partner in allen Rechtsfragen, er sucht Arbeitsrecht, Eimsbüttel, Termin diese Woche. Deshalb fange ich jedes Kanzlei-Projekt mit einer sehr unromantischen Frage an: Welche drei Sätze muss diese Seite können, damit das Telefon klingelt?
Warum finden Mandanten meine Kanzlei nicht?

Das Erstgespräch entscheidet über das Mandat. Die Website entscheidet, ob es zustande kommt.
Zum 1. Januar 2026 waren in Deutschland 167.547 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zugelassen, ein Plus gegenüber 166.504 im Vorjahr (BRAK-Mitgliederstatistik). Der Wettbewerb wächst also weiter, und er verlagert sich. Bitkom hat Ende 2024 erhoben, dass 15 Prozent der Menschen bei einem Rechtsproblem zuerst zu einem Online-Tool, einer App oder einer KI greifen, in der Altersgruppe von 16 bis 29 Jahren sind es 23 Prozent. Als Gründe nennen die Befragten Verfügbarkeit rund um die Uhr (61 Prozent), Bequemlichkeit (57 Prozent) und Schnelligkeit (47 Prozent).
Das ist keine Nachricht über den Untergang der Anwaltschaft. Es ist eine Nachricht über den Einstieg: Die erste Antwort auf ein Rechtsproblem kommt heute oft von einer Suchmaschine oder einem Chatbot. Wenn Ihre Kanzlei dort als Quelle vorkommt, sind Sie die zweite Antwort, und die ist die bezahlte. Genau darum geht es bei AI SEO und bei einer Seitenstruktur, aus der Maschinen einzelne Aussagen sauber zitieren können.

Was darf auf eine Kanzlei-Website und was nicht?
Anwaltswerbung ist erlaubt, sie ist nur an Sachlichkeit gebunden. § 43b BRAO lässt Werbung zu, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf ein Mandat im Einzelfall gerichtet ist. Die BORA konkretisiert das, unter anderem bei Referenzen: Werbung mit Mandaten oder Mandanten ist nur mit ausdrücklicher Einwilligung zulässig. Das ist der Grund, warum Kanzlei-Websites keine Logo-Wand wie ein Softwareanbieter haben.
Das darf auf die Seite
- Verliehene Fachanwaltstitel, maximal drei je Person (§ 43c BRAO)
- Tätigkeits- und Interessenschwerpunkte, in denen Sie nachhaltig arbeiten
- Vita, Zulassungsjahr, Sprachen, Lehrtätigkeit, Veröffentlichungen
- Hinweis auf die Abrechnung nach RVG oder auf Vergütungsvereinbarung
- Fachbeiträge zu typischen Fällen, ohne konkrete Mandatsdetails
- Kammerangabe, berufsrechtliche Vorschriften, Impressum nach § 5 DDG
Das besser nicht
- Erfolgsquoten und Garantien wie „100 Prozent gewonnene Verfahren"
- Spitzenstellungsbehauptungen ohne objektiven Nachweis
- Mandantennamen, Logos oder Testimonials ohne Einwilligung
- Fantasietitel, die nach Fachanwaltschaft klingen, aber keine sind
- Fallschilderungen, aus denen sich Beteiligte erkennen lassen
- Reißerische Ansprache von Betroffenen direkt nach einem Schadensfall
Dazu gehört eine Einschränkung: Ich bin Entwickler, kein Anwalt. Die berufsrechtliche Prüfung Ihrer Texte bleibt bei Ihnen, und darin sind Sie besser als ich. Und noch eine Beobachtung: Zurückhaltung ist kein Nachteil. Eine Kanzlei, die nüchtern erklärt, wie ein Kündigungsschutzprozess abläuft, wirkt vertrauenswürdiger als eine, die mit Superlativen arbeitet. Sachlichkeit ist hier zufällig auch gutes Marketing.
Was muss eine Kanzlei-Website leisten?
Eine Seite je Rechtsgebiet
Arbeitsrecht, Familienrecht und Verkehrsrecht suchen unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Fragen. Eine Sammelseite „Leistungen" bedient keine davon. Eigene Seiten je Gebiet ranken besser und beantworten die konkrete Frage sofort.
Klarer Weg zum Erstgespräch
Telefonnummer als klickbarer Link, Formular mit wenigen Feldern, optional Online-Terminbuchung und die Angabe, wann Sie zurückrufen. Wer eine Frist im Nacken hat, sucht keinen Kontaktbereich in der Fußzeile.
Transparenz zum Honorar
Ein Satz zur Abrechnungsgrundlage senkt die Hürde erheblich. Bei Verbrauchern ist die Erstberatung nach § 34 RVG ohne Vereinbarung auf 190 Euro netto begrenzt. Wer das sagt, bekommt weniger Anfragen aus Neugier und mehr echte.
Vertrauen durch Gesichter
Ein aktuelles Porträt, Zulassungsjahr, Kammer und ein Absatz darüber, wie Sie arbeiten. Bei Rechtsberatung entscheidet sich Vertrauen an Personen, nicht an Stockfotos von Waagen und Gesetzbüchern.
Datenschutz, der zum Mandat passt
Selbst gehostete Schriften, TLS-Verschlüsselung, Formulare ohne Drittanbieter-Zwischenlager und ein Cookie-Banner, das nur fragt, wenn es etwas zu fragen gibt. Für eine Berufsgruppe mit Verschwiegenheitspflicht ist das keine Kür.
Lokale Sichtbarkeit
Rechtsgebiet plus Stadtteil ist die Suche, die Mandate bringt. Dafür braucht es konsistente Angaben, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und Inhalte, die Hamburg wirklich erwähnen. Details im Leitfaden zu lokalem SEO.
Tempo
Ladezeiten unter einer Sekunde, PageSpeed 90 bis 100. Das ist technisch unspektakulär und wirkt trotzdem: Jede Sekunde Wartezeit kostet Anfragen, nachgerechnet im Artikel dazu.
Inhalte, die Sie selbst pflegen
Neue Urteilsbesprechung, neue Kollegin, geänderte Sprechzeiten in der Ferienzeit: Solche Änderungen dürfen keine Rechnung auslösen. Sie bekommen ein CMS und eine Einweisung, die eine halbe Stunde dauert.
Preise für Kanzlei-Websites
Kanzlei-Website kompakt
Eine Seite, ein Schwerpunkt, ein klarer Weg zum Erstgespräch. Für Einzelkanzleien und für den schnellen Ersatz einer veralteten Seite.
- Individuelles Design, responsiv
- Schwerpunkte und Vita
- Kontaktformular und Klick-zum-Anruf
- Honorarhinweis nach RVG
- Impressum und Datenschutz technisch vorbereitet
- Lokale SEO-Grundlage
- PageSpeed 90 bis 100
Kanzlei-Website mehrseitig
Eigene Seite je Rechtsgebiet, Profile für alle Berufsträger, Platz für Fachbeiträge. Für Sozietäten und Kanzleien mit mehreren Schwerpunkten.
- Fünf und mehr Seiten, Seite je Rechtsgebiet
- Anwaltsprofile mit Fachanwaltstiteln
- Bereich für Fachbeiträge und Urteile
- CMS zur eigenen Pflege plus Einweisung
- Optional Online-Terminbuchung
- Erweiterte lokale SEO-Optimierung
- Strukturierte Daten für Kanzlei und Standort
- Conversion-Tracking, DSGVO-konform
Ergebnisse aus vergleichbaren Projekten
Kanzlei-Referenzen darf ich hier nicht mit Namen zeigen, das verbietet die Verschwiegenheitspflicht ohne Einwilligung. Zeigen kann ich, was dieselbe Arbeitsweise bei anderen lokalen Dienstleistern in Hamburg gebracht hat, wo Anfragen genauso über Suche und Vertrauen entstehen.
Wie läuft ein Kanzlei-Website-Projekt ab?
Welche Rechtsgebiete tragen die Kanzlei, woher kommen Mandate heute, welche Anfragen wollen Sie mehr und welche weniger. Kostenlos und unverbindlich.
Ich baue die Seitenstruktur nach Rechtsgebieten und liefere Textvorschläge, die Sie berufsrechtlich prüfen. Sie schreiben nicht von null, Sie korrigieren.
Individuelles Design, eigener Code, keine Baukastenvorlage. Zwischenstände sehen Sie auf einer Vorschau-URL, Feedback ist jederzeit möglich.
Formular-Test mit echten Adressen, Prüfung auf allen Geräten, Ladezeit, strukturierte Daten, Google Search Console. Danach gehören Domain, Zugänge und Quellcode Ihnen.
Quellen
- Bundesrechtsanwaltskammer, Mitgliederstatistik zum 1. Januar 2026: 167.547 zugelassene Rechtsanwälte (Vorjahr 166.504), 1.555 Personen mit drei Fachanwaltstiteln. brak.de
- Bitkom e. V. (2024), Rechtsfragen und digitale Hilfen: 15 Prozent nutzen zuerst Online-Tools, 23 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, Gründe 61/57/47 Prozent. bitkom.org
- § 43b BRAO, Werbung. gesetze-im-internet.de
- § 34 RVG, Beratung: Erstberatung für Verbraucher ohne Vereinbarung höchstens 190 Euro. gesetze-im-internet.de
- Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA), Fassung vom 1. Dezember 2025, unter anderem zur Werbung mit Mandaten. brak.de (PDF)
- Hanseatische Rechtsanwaltskammer Hamburg, Kammerbezirk und Mitgliederzahlen. rak-hamburg.de

