Zuerst die Offenlegung, damit Sie den Rest richtig einordnen können: Ich bin die Freelancer-Option. Sie arbeiten bei mir direkt mit dem Entwickler, ohne Account-Manager. Ich habe also ein Interesse daran, dass Sie sich für einen Solo-Anbieter entscheiden. Deshalb steht in diesem Artikel auch, wann das die falsche Wahl ist, und wie Sie das Risiko absichern, das dabei entsteht.
Die kurze Antwort: Baukasten bis etwa 500 Euro Gesamtbudget und ohne Anspruch auf Neukunden über Google. Freelancer bei Projekten zwischen 2.000 und 12.000 Euro, wenn Sie schnelle Entscheidungen und einen festen Ansprechpartner wollen. Agentur ab etwa 15.000 Euro, bei mehreren Sprachen, mehreren Standorten oder wenn Ihr Einkauf einen Rahmenvertrag mit Vertretungsregelung braucht.


Was kosten Baukasten, Freelancer und Agentur 2026?
Preise für Websites sind schwer vergleichbar, weil niemand dasselbe verkauft. Stundensätze sind dagegen recht gut dokumentiert. Die Marktstudie Freelancer-Kompass von freelancermap nennt für den DACH-Raum einen durchschnittlichen Stundensatz von rund 104 Euro (2025) bzw. 103 Euro (2026), der Median im IT-Bereich liegt bei etwa 95 Euro. Agenturen liegen darüber, weil sie Projektleitung, Qualitätssicherung und Vertrieb mitfinanzieren müssen. Das ist kein Vorwurf, das ist Rechnen.
| Kriterium | Baukasten | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|---|
| Einmalige Kosten | 0 bis 500 Euro (Ihre Zeit nicht gerechnet) | 2.000 bis 12.000 Euro | 8.000 bis 30.000 Euro und mehr |
| Laufend | 10 bis 50 Euro pro Monat | 10 bis 150 Euro pro Monat | 200 bis 1.000 Euro pro Monat mit Servicevertrag |
| Dauer | 1 bis 14 Tage | 3 bis 8 Wochen | 2 bis 6 Monate |
| Ausfallrisiko | gering, solange die Plattform existiert | hoch, eine Person, vertraglich absicherbar | gering, Team mit Vertretung |
| Abhängigkeit | stark, Design und Code bleiben auf der Plattform | gering bei Übergabe von Code und Zugängen | je nach Vertrag, teils eigene Systeme |
| Entscheidungswege | Sie allein | direkt, meist am selben Tag | über Projektleitung, strukturiert und langsamer |
Der Punkt, an dem die meisten Vergleiche falsch laufen
In Angeboten steht der Preis, aber selten der Umfang. Ein Angebot über 3.000 Euro und eines über 9.000 Euro können dieselbe Seitenzahl umfassen und trotzdem etwas völlig anderes enthalten. Die üblichen Kandidaten für stille Auslassungen: Texte, Fotos, SEO-Grundlagen, Datenschutzumsetzung, Tracking, Tests auf echten Geräten und die Schulung danach. Wer diese Punkte nicht ausdrücklich im Angebot findet, kauft sie später einzeln nach.
Was der Preis eigentlich beschreibt und wo er sich versteckt, habe ich im Kostenguide zu Webdesign aufgeschlüsselt. Die Kurzfassung: Rechnen Sie zusätzlich 15 bis 20 Prozent des Erstellungspreises pro Jahr für Betrieb und Pflege ein.
Wie sichere ich das Ausfallrisiko beim Freelancer ab?
Bei einem Freelancer hängt Ihr Projekt an einer Person. Krankheit, Unfall, Geschäftsaufgabe: In allen drei Fällen steht das Projekt. Wer das kleinredet, verkauft Ihnen etwas. Der Punkt ist nicht, ob dieses Risiko existiert, sondern ob es abgesichert ist. Vier Maßnahmen genügen dafür, und sie kosten fast nichts:
- Code im Repository des Kunden: Der Quellcode liegt in einem Konto, das Ihnen gehört, etwa bei GitHub oder GitLab. Nicht auf einem privaten Rechner, nicht in einer Dropbox.
- Zugänge im eigenen Passwortmanager: Hosting, DNS, CMS, Analytics, Ads. Sie haben eine vollständige Liste, nicht nur der Dienstleister.
- Domain auf Ihren Namen: Bei einer .de-Domain müssen Sie bei der DENIC als Inhaber eingetragen sein. Der Dienstleister darf technischer Ansprechpartner sein, mehr nicht.
- Vertretung benannt: Eine Zeile im Vertrag, wer im Ausfall übernimmt. Bei mir sind das Kollegen aus meinem Netzwerk, mit denen ich ohnehin arbeite, wenn ein Projekt zusätzliche Expertise braucht.
Mit diesen vier Punkten wird der Wechsel des Dienstleisters zu einer Unannehmlichkeit statt zu einer Katastrophe. Ohne sie wird auch die beste Agenturbeziehung teuer, wenn sie endet.
Wem gehört die Website eigentlich?
Hier wird es unangenehm konkret. Das Urheberrecht an Design und Code bleibt nach deutschem Recht beim Menschen, der es geschaffen hat. Sie erwerben Nutzungsrechte. Steht im Vertrag nicht, welche, greift die Zweckübertragungsregel aus § 31 Absatz 5 UrhG: Sie bekommen im Zweifel nur die Rechte, die für den konkreten Vertragszweck nötig sind. Wer später das Design für eine App oder eine Tochtermarke nutzen will, steht dann vor einer Nachverhandlung.
Ähnlich beim Quellcode. Nach der Rechtsprechung zum Werkvertrag schuldet der Auftragnehmer die Herausgabe des Quellcodes nur, wenn das vereinbart wurde oder für die vertragsgemäße Nutzung unumgänglich ist. Ein Satz im Angebot spart hier später eine Anwaltsrechnung. Bei mir gehört die Übergabe von Code, Zugängen und Dokumentation zum Projektabschluss, aber prüfen Sie das bei jedem Anbieter, mich eingeschlossen.
Sieben Fragen, die jeden Anbieter sortieren
Stellen Sie diese Fragen im Erstgespräch. Die Antworten sagen mehr als jedes Portfolio, und Sie brauchen kein technisches Wissen, um sie zu bewerten.
- Wer arbeitet tatsächlich an meinem Projekt? Bei Agenturen gern nachfragen, ob die Person aus dem Erstgespräch auch baut.
- Bekomme ich Quellcode, Zugänge und Dokumentation? Wenn ja: schriftlich, mit Termin.
- Auf wen läuft die Domain? Richtige Antwort: auf Sie.
- Wem gehören Analytics, Ads und das Unternehmensprofil? Auch hier: Ihre Konten, Zugriff für den Dienstleister.
- Was passiert, wenn Sie ausfallen? Bei Solo-Anbietern die wichtigste Frage überhaupt.
- Was kostet eine Änderung nach dem Launch? Stundensatz und Reaktionszeit erfragen, nicht raten.
- Wie schnell lädt Ihre eigene Website? Testen Sie sie mit PageSpeed Insights, bevor Sie fragen. Die Antwort ist selten peinlich, aber immer aufschlussreich.
Was in den Vertrag gehört
Ein Webprojekt ist in der Regel ein Werkvertrag. Diese Punkte sollten geregelt sein, unabhängig davon, wer baut:
- Leistungsumfang: Seitenzahl, CMS, Funktionen, Browser, Ladezeitziel, wer Texte und Bilder liefert.
- Nutzungsrechte: ausschließlich, zeitlich und räumlich unbeschränkt, mit Recht zur Bearbeitung.
- Übergabe: Quellcode, Zugänge, Dokumentation, Termin nach Abnahme.
- Abnahme: Frist, nach der die Leistung als abgenommen gilt, üblich sind 10 bis 14 Werktage.
- Mitwirkung: Termine für Ihre Inhalte, Folgen bei Verzug. Der häufigste Grund für Projektverzug sind fehlende Texte, nicht fehlender Code.
- Auftragsverarbeitung: ein Vertrag nach Artikel 28 DSGVO, sobald der Dienstleister Zugriff auf personenbezogene Daten hat.
- Rechtstexte: Klare Trennung, wer Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Banner liefert. Webdesigner dürfen keine Rechtsberatung leisten.
Wann ist welche Option die richtige?
Baukasten
Sinnvoll für Vereine, Nebenprojekte, Testphasen und Betriebe, die keine Kunden über Google gewinnen müssen. Der Preis ist unschlagbar, der Preis dafür ist Abhängigkeit. Was Sie beim Umzug verlieren und was ein Baukasten über fünf Jahre wirklich kostet, steht im Artikel Wix, Jimdo oder eigene Website.
Freelancer
Sinnvoll für lokale Unternehmen und Dienstleister mit Projektbudgets von 2.000 bis 12.000 Euro, die kurze Wege wollen. Sie bekommen die Person, die baut, und Entscheidungen am selben Tag. Sie tragen dafür das Ausfallrisiko, das Sie mit den vier Punkten oben abdecken. Typische Projekte dieser Klasse sind Websites für Handwerksbetriebe, Kanzleien oder Restaurants.
Agentur
Sinnvoll bei mehreren Sprachen und Standorten, bei komplexen Portalen und Shops, bei Konzern- Einkaufsprozessen und wenn intern niemand Zeit hat, ein Projekt zu begleiten. Sie zahlen für Struktur und Redundanz und bekommen beides. Rechnen Sie mit längeren Wegen: Was ein Freelancer am Telefon entscheidet, braucht in einer Agentur ein Ticket.
Woran Sie Qualität erkennen, unabhängig von der Größe
Nach Jahren mit Übernahmeprojekten von anderen Dienstleistern sind es immer dieselben Merkmale, die gute Arbeit von schlechter unterscheiden. Nicht das Portfolio, nicht die Bürogröße:
- Die Ladezeit der eigenen Website. Wer bei sich selbst 8 Sekunden braucht, liefert Ihnen keine 1,5.
- Konkrete Fragen zu Ihrem Geschäft im Erstgespräch statt Design-Geschmacksdiskussionen.
- Ergebnisse in Referenzen, nicht nur Screenshots. Ein Beispiel: ROI in sieben Wochen bei Blitz Hamburg.
- Ein Angebot, das Nicht-Leistungen benennt. Wer aufschreibt, was nicht enthalten ist, hat schon einmal ein Projekt zu Ende gebracht.
- Bereitschaft, von einem Projekt abzuraten. Das ist das teuerste und ehrlichste Verkaufsargument, das es gibt.
Und wenn Sie sich falsch entscheiden?
Dann ist das reparabel, solange Punkt drei und vier der Absicherungsliste erfüllt sind: Domain und Konten gehören Ihnen. Alles andere lässt sich neu bauen, oft schneller als beim ersten Mal, weil Inhalte und Struktur schon existieren. Der einzige wirklich teure Fehler ist der, bei dem ein Dienstleister Ihre Domain hält und Sie beim Wechsel um Herausgabe bitten müssen.
Wenn Sie sich unsicher sind, welche Größenordnung Ihr Vorhaben überhaupt hat: Schicken Sie mir Ihre Anforderungen. Ich sage Ihnen im kostenlosen Erstgespräch, ob das ein Freelancer-Projekt ist, und wenn nicht, was es stattdessen braucht. Auch wenn die Antwort lautet, dass Sie eine Agentur beauftragen sollten. Zum Kontakt oder direkt zur Leistungsseite Website erstellen lassen.
Quellen
- freelancermap, Marktstudie Freelancer-Kompass 2025 und 2026: durchschnittlicher Stundensatz 104 bzw. 103 Euro im DACH-Raum, IT-Median rund 95 Euro. freelancermap.de
- § 31 UrhG, Einräumung von Nutzungsrechten, Absatz 5 Zweckübertragungsregel. gesetze-im-internet.de
- § 640 BGB, Abnahme beim Werkvertrag. gesetze-im-internet.de
- DENIC, Domaininhaber und Ansprechpartner bei .de-Domains. denic.de
- Bundesverband Digitale Wirtschaft, Internetagentur-Ranking als Marktüberblick deutscher Digitalagenturen. bvdw.org

